Wandern am Rursee | Video

Wandern am Rursee | Video
04 Dec 2016

Das Wandern am Rursee ist mein herausforderndstes Reise-Erlebnis der letzten Monate. Der Tag ist mir aber gleichzeitig auch als wunderschön in Erinnerung geblieben. So, und jetzt erzähle ich euch, wie es zu beidem kam.

Dass die Wanderung recht anstrengend würde, war mir schon im Vorhinein klar. Wir hatten eine Wanderroute durch den Nationalpark Eifel und entlang des Rursees gewählt, die mit gut 18 Kilometern schon etwas länger war. Da es über den Höhenzug Kermeter ging, waren wir auch auf einige Höhenmeter eingestellt. Trotz meinen zu dem Zeitpunkt schon ziemlich großem Babybauch traute ich mir die Tour aber zu, denn ich fühlte mich bis fast zum Ende meiner Schwangerschaft ziemlich fit.

Der Rursee

Eine Wanderung fällt fast ins Wasser

Womit ich aber gar nicht gerechnet hatte: Dass es Mitte Juli genau an unserem Wanderwochenende in der Eifel so viel regnen würde. Schon am Morgen wachten wir bei leichtem, aber beständigen Regen auf. Also frühstückten wir erst einmal in Ruhe und warteten ab. Als das Wetter dann endlich etwas besser wurde, machten wir uns schnell auf den Weg. Zunächst sah es auch sehr gut aus. Es war zwar alles nass und das gemütliche Picknick, das ich mir für unterwegs ausgemalt hatte, strich ich direkt in meinem Kopf. Anstatt auf einer Wiese zu liegen und ein bisschen die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen, würden wir also eine halbwegs trockene Bank suchen und darauf vespern und etwas ausruhen.

Trotzdem waren wir sehr guter Dinge, als wir zum Wandern am Rursee aufbrachen. Wir starteten am Seeufer gegenüber von Rurberg und es ging erst einmal auf einem schmalen Pfad recht steil nach oben. Auf der Höhe angekommen, trauten wir unseren Augen kaum: Es wurde immer nebeliger. Schon bald konnte man nur noch ein paar Meter weit sehen. Ich fühlte mich wie im tiefsten Herbst – und das mitten im Sommer. Die Stimmung hatte aber etwas sehr mystisches und der Nebel zwischen den Bäumen sah toll aus.

Nebel beim WandernWandern im Nationalpark Eifel

Wandern am Rursee & über den Kermeter

Etwas enttäuscht waren wir, als wir dann an den Aussichtspunkt über den Rursee kamen. Auch der Vermieter der Wohnung für unser Wanderwochenende in der Eifel hatte diesen empfohlen. Leider war die Sicht aber so eingeschränkt, dass wir froh waren überhaupt den See erkennen zu können. Der grandiose Ausblick blieb uns leider verwehrt. Dafür entdeckten wir am Wegrand schöne Dinge. So gab es auf diesem Wegabschnitt zum Beispiel “Sinnesliegen” (wunderschöne Liegestühle aus Holz – ihr könnt diese im Video sehen) auf denen ich mich gerne kurz abgelegt hätte. Allein die überall vorherrschende Nässe hielt mich davon ab.

Aber auch nicht so schlimm, denn so kamen wir zügig voran. Zwischendurch zog sich der Wanderweg ganz schön, aber dann kamen wir an der Staumauer an der L15 an. Die gewaltige Mauer ist zwar nicht besonders schön, aber wir machten hier trotzdem erst einmal eine Vesperpause. Dann ging es wieder in den Wald und auch mal wieder ordentlich nach oben. Wir waren noch nicht all zu lange weiter gewandert, als es plötzlich begann wie aus Kübeln zu schütten. Wir stellten uns schnell unter einem dichten Baum unter und zogen die Regenjacken an, aber das alles konnte dem Platzregen nicht viel anhaben. Innerhalb von Minuten waren wir im wahrsten Sinne des Wortes nass bis auf die Haut.

Nationalpark Eifel

Vom Tiefpunkt bis zum Happy End

In dem Moment hatte ich so gar keine Lust mehr aufs Wandern. Es war nass, kalt und anstrengend, denn es ging die ganze Zeit Bergauf. Abbrechen war aber keine Option, denn wir waren mitten im Wald. Außerdem gebe ich sehr ungern auf. Also marschierten wir weiter. Da wir zu diesem Zeitpunkt auch noch feststellten, dass wir wohl nicht auf dem richtigen Weg waren, schlugen wir uns ein Stück durchs Unterholz. Dort kamen wir aber schon bald nicht mehr weiter.

Zum Glück befanden wir uns aber in der Nähe einer Straße und liefen dann an dieser entlang, weil wir einfach schnellstmöglich wieder auf den richtigen Weg kommen wollten. Jedes Mal, wenn ich von weitem ein Auto kommen hörte, wich ich möglichst weit an den Straßenrand aus, weil ich Angst hatte, dass die Fahrer uns bei dem starken Regen übersehen könnten. Dafür stand ich dann immer wieder in dem Sturzbach, der sich inzwischen zu beiden Seiten der Straße gebildet hatte.

Nach ungefähr einer Stunde kamen wir zu einem Parkplatz, an dem unsere Wanderroute weiterging und wo es auch eine Möglichkeit zum Unterstellen gab. Hier machten wir eine kleine Pause und stärkten uns erst einmal mit Gummibärchen und ähnlichem. In der Zwischenzeit wurde auch der Regen deutlich weniger. Da es aber nicht danach aussah, als ob er bald komplett aufhören wollte, sondern es sich schön einregnete, gingen wir nach einiger Zeit weiter.

Der Weg war nun wieder wunderschön und irgendwann hörte es sogar noch auf zu regen. Wir kamen zur Urfttalsperre, einer wirklich beeindruckenden Staumauer. Von hier aus ging der Weg auf dem Urftseerandweg schön eben, immer am Seeufer entlang. Der Weg bis zum Damm, über den wir wieder nach Rurberg zu unserem Ausgangspunkt kamen, zog sich noch einmal ganz ordentlich. Aber immerhin wurde das Wetter nun immer besser und unsere Kleidung trocknete komplett, bis wir am Ende unserer Wanderung ankamen.

Urttalsperre

Vor allem aufgrund des Wetters, war das Wandern am Rursee eine kleine Herausforderung für mich. Ich kann die Region aber trotzdem jedem sehr empfehlen. Die Natur und die Wanderwege im Nationalpark Eifel sind einfach wunderschön und auch sehr abwechslungsreich. Allein die Mischung aus den zum Teil kleinen Waldpfaden auf dem Kermeter und den gut ausgebauten Wegen rund um die wunderschönen Stauseen ist einfach toll.

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Wibke

Wibke liebt das Reisen und das Internet. Hier nimmt sie Dich mit auf ihre Entdeckungsreisen durch das Web und die Welt. Außerdem kommt der Genuss nicht zu kurz. Denn neben dem Reisen, der Fotografie und Webthemen ist das Kochen, Backen und Essen eine weitere Leidenschaft von ihr.

Comments

  1. Wie immer schöne, stimmungsvolle Bilder. Ich würde mich am liebsten gleich auf die Wanderung begeben, allerdings gerne ohne Regen ;-)

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