Ein Wanderwochenende in der Eifel

Ein Wanderwochenende in der Eifel
03 Aug 2016

Warum immer in die Ferne schweifen? – Das dachten wir uns schon seit längerem und deshalb stand Ende Juli unser Wanderwochenende in der Eifel an.

Ich hatte schon vor einiger Zeit gesehen, dass es in der Eifel einige schöne Wandertouren gibt. Aber irgendwie war immer etwas anderes dazwischen gekommen oder wir wollten so spontan los, dass wir keine geeignete Unterkunft mehr fanden.

Nun planten wir aber einen sommerlichen Wochenendtrip – all zu viele Optionen waren jedoch aufgrund meiner fortschreitenden Schwangerschaft nicht mehr möglich. Da erwies sich der Ausflug in die Eifel als perfekt: Von uns ist es mit dem Auto nur eine Stunde Fahrt bis in die Region und es gibt dort so viele unterschiedliche Wanderwege und sonstige Beschäftigungsmöglichkeiten, dass für jeden Fitness-Zustand etwas dabei ist.

Wandern in der Eifel

Wir entschieden uns an den Rursee zu fahren, denn von dort kann man nicht nur gut zu Touren im Nationalpark-Eifel starten, sondern bei heißem Wetter auch im See schwimmen. In der Woche vor unserem Wanderwochenende freute ich mich besonders auf die Abkühlung im Wasser. Am Freitag Morgen, pünktlich zur Abfahrt, hatte es dann aber deutlich abgekühlt und die „Erfrischung“ kam in den kommenden Tagen vor allem von oben.

Das Regenwetter war zwischenzeitlich wirklich nervig. Aber auf der anderen Seite konnte ich so gut wandern. Wenn es richtig warm gewesen wäre hätte ich sicherlich viel schneller schlapp gemacht.

Und wir waren zum Glück nicht zelten, sondern hatten als Unterkunft eine wunderschöne kleine Wohnung in Woffelsbach gemietet. So konnten wir die nassen Sachen gut trocknen und hatten es morgens und abends schön gemütlich.

Wanderung durch das Hohe Venn

Moor Hohes VennWanderung im Hohen Venn

Da wir die Wohnung am Freitag erst Abends beziehen konnten, fuhren wir zunächst über die belgische Grenze in das Hohe Venn. Dort hatten wir eine schöne Wanderung durch das Hochmoor ausgesucht. Und diese war wirklich eine landschaftlich tolle Ergänzung zu den vornehmlich durch dichten Wald führenden Wanderungen in der Eifel. (Details zu den Wanderungen folgen in einem nächsten Post).

Gerade als wir los wanderten fing es zu gewittern und regnen an. Zum Glück lies das aber schnell wieder nach. Dafür wurden wir dann für den restlichen Weg regelrecht von Bremsen attackiert. Das war nach einiger Zeit wirklich anstrengend und nahm uns auch etwas den Spaß an der Wanderung. Wir schauten irgendwann nur noch, dass wir so schnell wie möglich zurück zum Auto kommen.

Hohes Venn in Belgien

Regenwald oder Nationalpark Eifel?

Auch der Samstag startete leider nicht ganz so wie erhofft: Es regnete und wir warteten erst einmal in der Wohnung, dass es etwas besser wird. Die Geduld zahlte sich aus und so starteten wir unsere Wanderung zwar später als geplant, dafür aber im Trockenen. Wir hatten für den Tag die größte Wanderung mit ca. 18 Kilometer und einigen Höhenmetern ausgesucht. Dafür ging es zu einigen schönen Stellen auf bzw. um den Höhenzug Kermeter im Nationalpark Eifel.

Nebelwald Nationalpark Eifel

Der Weg war auch wirklich sehr schön, nur war es leider so grau, dass wir uns zwischenzeitlich wie im Regen- oder Nebelwald vorkamen. Von der viel gelobten Aussicht „Hirschley“ auf den Rursee sahen wir nur eine undefinierbare graue Suppe und das gemütliche Picknick unterwegs, das wir uns ausgemalt hatten, fiel auch wortwörtlich ins Wasser. Am frühen Nachmittag kam dann aber die größte Überraschung: Innerhalb von Sekunden brach ein Wolkenbruch mit solchen Wassermassen über uns herein, dass selbst Regenjacken und der Schutz eines großen Baumes nicht verhindern konnten, dass wir innerhalb von Sekunden nass bis auf die Unterwäsche waren.

In diesem Moment hätte ich am liebsten die Wanderung abgebrochen. Das kam aber leider nicht in Frage, da wir gerade am entferntesten Punkt von unserer Unterkunft irgendwo mitten im Wald waren.

Also machten wir das Beste daraus und marschierten zügig durch den über eine Stunde anhaltenden starken Regen weiter. Zum Glück hatte der Mann immerhin an einen wasserdichten Sack gedacht, in dem unsere Kamera sowie die Handys gut geschützt waren. Und irgendwann, also wir es schon fast nicht mehr zu hoffen wagten, hörte es dann sogar wieder auf zu regnen. Trotzdem war ich froh, als wir am frühen Abend dann wieder in unserer Ferienwohnung waren.

Staudamm in der Eifel

Unter normalen Umständen wäre ich an dem Tag wohl auch nicht mehr aus dem Haus gegangen. Allerdings fand an dem Wochenende das wohl recht bekannte Rursee-Fest mit dem „Rursee in Flammen“ als Höhepunkt statt. Und das Feuerwerk konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. So schlenderten wir über das Fest, kauften uns was leckeres zu Essen und schauten dann das Feuerwerk an, was wirklich sehr schön war, da sich die Lichter toll in dem glatten See spiegelten.

Rursee in Flammen

Happy End für das Wanderwochenende in der Eifel

Der Sonntag überrascht uns dann tatsächlich mit gutem Wetter und Sonnenschein. Da ich es aber nicht übertreiben wollte, hatten wir für den Tag nur eine kleine Wanderung ausgesucht. Also packten wir in Ruhe unsere Sachen und fuhren dann mit dem Auto einige Kilometer zum Ausgangspunkt der Tour in Heimbach. Und zum krönenden Abschluss hatten wir tatsächlich mit allem Glück: Der Weg war wunderschön, es gab keine Stechtiere, die uns anfielen und das Wetter war so toll, dass wir uns immer wieder Pausen gönnten. Genusswandern pur.

Im Endeffekt war es also etwas schade, dass sich die Sonne an unserem Wanderwochenende in der Eifel so selten gezeigt hat. Es waren aber dennoch wunderschöne Tage und ich kann so einen Kurzurlaub nur allen empfehlen, die sich ein bisschen Ruhe und eine echte Auszeit in der Natur gönnen möchten.

Nationalpark Eifel

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Wibke

Wibke liebt das Reisen und das Internet. Hier nimmt sie Dich mit auf ihre Entdeckungsreisen durch das Web und die Welt. Außerdem kommt der Genuss nicht zu kurz. Denn neben dem Reisen, der Fotografie und Webthemen ist das Kochen, Backen und Essen eine weitere Leidenschaft von ihr.

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