Wandern auf Mauritius | Besteigung des Le Pouce

Wandern auf Mauritius | Besteigung des Le Pouce
17 Mar 2016

Strand und Berge liegen auf Mauritius dicht beisammen. Auf einen entspannten Tag am Meer kann also perfekt eine Wanderung folgen. Wir haben auf Mauritius einige wunderschöne Touren unternommen. Eine ganz Besondere war die auf den Le Pouce. Wir mussten dabei einige Höhenmeter zurücklegen, was nicht nur wegen der Steigung, sondern vor allem auch aufgrund des heißen Klimas wirklich anstrengend war. Dafür war die Aussicht schon von Unterwegs und erst recht vom Berggipfel einfach einmalig.

Der Le Pouce erhebt sich direkt hinter der Inselhauptstadt Port Louis. Mit seinen 812 Metern ist er der dritthöchste Berg der Insel. Etwas höher sind nur der nahegelegene Pieter Both (823 Meter) sowie der Petite Rivière Noire (828 Meter) im Süden von Mauritius. Das Besondere am Le Pouce ist, das dieser sich sehr gut erwandern lässt. Also haben wir schon vorab fest eingeplant, dass wir auf Mauritius unbedingt diese Wanderung unternehmen möchten.

Le Pouce auf Mauritius

Die meisten Wegbeschreibungen der Wanderung auf den Le Pouce starten in Port Louis, führen einmal über den Berg und empfehlen dann sich auf der anderen Seite in Moka von einem Taxt abholen zu lassen. Da wir keine schöne Unterkunft in Port Louis fanden und außerdem schöne Natur den trubeligen Städten oft vorziehen, haben wir ein Zimmer in Moka gemietet und sind die Wanderung einfach von der anderen Richtung her angegangen.

Unsere Wanderung auf den Le Pouce

Wir starten am Morgen in Moka direkt an unserer Unterkunft. Das ist zwar sehr praktisch, weil wir direkt loswandern können, dafür zieht sich der Weg durch die Stadt aber ganz schön. Wir laufen ewig an einer Straße entlang. Links und rechts stehen Häuser, dahinter sieht man die Berge von Pouce zum Greifen nahe. Nur der Feldweg, der uns von der Straße weg in Richtung der Berge führt, will einfach nicht auftauchen. Zum Glück treffen wir unterwegs aber sehr nette Menschen, die uns bestätigen, dass wir noch auf dem richtigen Weg sind und uns einen schönen Tag wünschen. Ein älterer Herr bietet sogar an, uns mit seinem Auto bis zu dem besagten Feldweg zu fahren, aber wir sind noch voller Energie und lehnen dankend ab.

Dann taucht der Weg auch endlich auf. Zuerst geht es ein Stück eben durch Zuckerrohfelder hindurch. Nach recht kurzer Zeit führt der Wanderweg dann aber auch schon bergauf. Zuerst geht es noch durch Wiesen, danach ein ganzes Stück durch den Wald. Das ist zwar angenehm, weil es im Schatten nicht ganz so heiß ist. Dafür ist der Weg hier ein einziges Geröllfeld, was das Wandern wirklich schwer macht.

Der Weg auf den Le Pouce

Wanderung durch den Wald

Weiter oben wird der Weg immer schmaler, bis er nur noch ein dünner Pfad ist. Zwischenzeitlich haben wir auf einer Wiese sogar Mühe, überhaupt noch einen Weg zu erkennen. Aber wir wissen ja die grobe Richtung: Immer nach oben. Und ein Stück weiter – jetzt geht es durch kniehohes Gestrüpp – sehen wir den Pfad dann wieder.

Das Wandern müssen wir nun immer wieder unterbrechen. Nicht nur, weil ich kurz verschnaufen und etwas trinken muss, sondern vor allem, weil die Aussichten ins Tal immer schöner werden. Zuerst haben wir einen immer weiteren Blick auf Moka und die Region dahinter. Dann macht der Wanderweg einen Bogen um den Berg herum und wir bekommen erste Blicke auf Port Louis.

Wandern auf Mauritius: Herausfordernd und atemberaubend

Nun erreichen wir ein Plateau und eigentlich ist es hier schon so schön, dass ich mich am liebsten in die Wiese fallen lassen würde. Während wir auf dem ersten Stück der Wanderung niemanden begegnet sind, treffen wir jetzt auch eine kleine Gruppe Mauritianer. Diese erzählen, dass sie schon seit Jahren nicht mehr den Le Pouce bestiegen haben, nun aber die schöne Wanderung mal wieder in Angriff nehmen. Ein Teil der Gruppe macht allerdings genau das, was mir spontan in den Kopf kam: Sie setzen sich auf die Wiese und genießen die Aussicht. Man muss schließlich nicht immer ganz nach oben, wenn es auch hier so schön ist.

Wir sind allerdings doch motiviert, den Gipfel wirklich zu besteigen und so geht es weiter. Der Weg wird nun richtig steil und man muss sich gut konzentrieren, denn ab und zu geht es direkt neben dem Pfad fast senkrecht in die Tiefe. Mir ist heiß und ich bin völlig fertig. Sobald ich aber den Blick vom Weg hebe, bin ich einfach nur noch begeistert von der schönen Natur.

Wir sind die ersten Wanderer an diesem Tag, die auf dem Gipfel des Le Pouce ankommen. Das ist toll, denn so haben wir die kleine Fläche ganz für uns, können unzählige Fotos machen und die Ruhe genießen. Ich habe es inzwischen ja einige Mal erwähnt, aber ich muss es einfach noch einmal sagen: Die Aussicht ist grandios! Man kann nahezu über ganz Mauritius schauen und sieht an den Rändern fast überall die Küste des Indischen Ozeans.

Aussicht über Mauritius

Webundwelt auf Mauritius

Irgendwann reißen wir uns los und machen uns wieder an den Abstieg. Vor uns liegt ja auch noch ein ganzes Stück Weg. Und die Strecke nach Port Louis zieht sich wie Kaugummi. Wir wandern erst gefühlte Ewigkeiten auf einem schmalen Pfad durch hohes Gebüsch. Später geht es dann noch eine ganze Weile durch den Wald.

Als wir endlich die ersten Häuser erreichen, bin ich wirklich froh. Jetzt geht es zwar noch ein ganzes Stück durch die Stadt, aber auch das schaffen wir, nachdem wir uns in einem kleinen Lädchen erst einmal ein schön kaltes Getränk gekauft haben. Wir schauen uns dann noch etwas Port Louis an und fahren gegen Abend mit dem Bus zurück nach Moka. Das klappt alles super und wir fallen todmüde und glücklich ins Bett.

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Wibke

Wibke liebt das Reisen und das Internet. Hier nimmt sie Dich mit auf ihre Entdeckungsreisen durch das Web und die Welt. Außerdem kommt der Genuss nicht zu kurz. Denn neben dem Reisen, der Fotografie und Webthemen ist das Kochen, Backen und Essen eine weitere Leidenschaft von ihr.

Comments

  1. Hi, ist die Wanderung gut ausgeschildert? Oder habt ihr eine Karte dabei gehabt?

    • Wir schauen meistens (so auch hier) dass wir vorher die GPS-Daten für die Wanderrouten aus dem Internet auf unser Handy laden. Das hat uns auch in diesem Fall ein, zwei Mal weitergeholfen, als wir nicht ganz sicher waren, wo der Weg weitergeht. Ansonsten ist der Pfad aber eigentlich ganz gut zu finden.

      • OK, danke! Wo findet ihr die GPS-Tracks und welche APP nehmt ihr? Osmand?
        Kann man die Wanderung auch gut alleine machen? Also kommt da hin wieder wer vorbei?

        • Die GPS-Daten findest Du zum Beispiel auf gpsies.com. Dort unter “Entdecken” ->”erweitere Suche” auf Mauritius nach Le Pouce suchen.
          Als App nutzen wir OruxMaps, da kann man aber sicherlich jede andere auch nehmen.
          Ich denke, dass man die Wanderung alleine machen kann. Wir sind dort einigen Menschen begegnet (u.a. sogar einer kleinen Gruppe). Vor allem am Wochenende sind auch Mauritianer durchaus dort unterwegs. Denke nur auf jeden Fall an genug Wasser, das konnten wir dort wirklich sehr gut gebrauchen.
          Viel Spaß und viele Grüße, Wibke

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