Route 66 – fühlt sich so die Freiheit an?

Route 66 – fühlt sich so die Freiheit an?
10 May 2017

„Die Route 66 war die erste durchgehend befestigte Straße, welche die Ost- und die Westküste der USA miteinander verband. Die 3.900 Kilometer zwischen Chicago und Los Angeles stehen wie keine andere Strecke für eine Fahrt in die Freiheit“.

Während wir Kilometer um Kilometer auf einer scheinbar endlosen, geraden Straße hinter uns zurücklassen, steigt beim Mann die Vorfreude auf die legendäre Route 66. Und weil sich meine Begeisterung noch in Grenzen hält, versucht er nun, mich mit einigen beeindruckenden Fakten auf die immer näher kommende ‚Mother Road’ einzustimmen.

Route 66 in den USA

Und dann sind wir endlich da. Wir biegen von unserer Straße mitten im Nirgendwo ab und fahren auf der Route 66. Nach nur einigen Meter bremst der Mann jedoch schon wieder mit quietschenden Reifen: Auf dem Asphalt befindet sich eine Straßenmarkierung. Wir steigen also aus dem Auto aus, um diese erst einmal zu fotografieren. Nun fange auch ich immer mehr Feuer. Schließlich steht man ja nicht jeden Tag vor einem Motiv, welches man von zahlreichen Fotos und aus Filmen kennt.

Route 66 Straßenmarkierung
Also schnell wieder ins Auto und das Fahrgefühl auf dieser berühmten Straße genießen. Kaum haben wir uns aber etwas eingecruist, werden wir schon wieder ausgebremst:

Die Straße der Freiheit ist gesperrt

Knallrot steht vor uns ein „Road closed“ Schild, dass die Straße sperrt und uns an der Weiterfahrt auf der Route 66 hindert. Uns bleibt nichts anderes übrig, als die Umleitung über irgendwelche anderen Straßen zu fahren. Bevor das Erlebnis „Route 66“ richtig begonnen hat, ist es schon wieder zu Ende.

Die Route 66 hat heute als Landstraße und wichtige Verbindungsroute längst ausgedient. Die neueren Autobahnen, die zu großen Teilen fast den gleichen Verlauf nehmen wie die alte Straße, bringen den Verkehr einfach deutlich schneller durch die USA.

Zwar kann man immer noch weite Teile der ursprünglichen Route 66 zurücklegen, das machen aber vor allem Liebhaber und interessierte Reisende. Wer genau sein möchte spricht deshalb heute auch von der „Historic Route 66“.

Historisches Motel Route 66

Und ebendiese Route – sowie einige alte Schilder, Motels und nostalgische Diner – möchten wir gerne einmal erleben, wenn wir schon in der Gegend sind. Die Umleitung ist zwar landschaftlich auch nicht schlecht, kann aber von den genannten Dingen leider nichts bieten.

Zum Glück haben wir zwei kleine Etappen auf der Route 66 geplant. Neben dem ersten Stück von Ludlow nach Kingman, das wir schon nach wenigen Kilometern abbrechen müssen, fahren wir am nächsten Tag noch einmal zwischen Kingman und Seligman auf der historischen Straße.

Route 66 – Nostalgie und Touri-Kitsch

Am kommenden Morgen machen wir uns also wieder auf den Weg. Und auch dieses Mal halten wir nach nur kurzer Strecke auf der Route 66 an. Nun aber, weil wir die erste nostalgische Tankstelle am Straßenrand entdeckt haben und diese erst einmal ausgiebig betrachten und vor allem fotografieren müssen.

Oldtimer an der Route 66Alte Tankstelle an der Route 66Polizei Oldtimer an der Route 66

Bevor wir Seligman erreichen, stoppen wir noch einige Male: Bei einem verlassenen Motel, um die Markierung auf der Straße aus der Nähe zu betrachten und um ein altes Schild zu fotografieren. Dazwischen reicht die Straße schnurgerade bis zum Horizont und wir sehen weit und breit kein anderes Auto. Wie auch auf anderen Straßen im Südwesten der USA sind wir beeindruckt, wie leer es sein kann und müssen es natürlich auskosten, dass man mitten auf der Fahrbahn anhalten, aussteigen und sich auf den Asphalt setzen kann.

Verlassenes Motel Route 66

Seligman selbst ist der perfekte Ort für alle, die sich gerne einmal mit einem Oldtimer, einem Esel und/oder auf einem Pferd ablichten lassen wollen. Uns ist es dort dann doch zu touristisch. Verrostete Schilder und alte Leuchtreklame finden wir super, nachgebaute Hausfassaden im Western-Style dann doch zu viel des Guten.

Historische Dörfer an der Route 66

Alles in allem lohnt es sich auf jeden Fall, ein Stück auf der Route 66 zu fahren. Auch wenn der Charme der “Mother Road” nicht überall zu finden ist, so kann man ihn an verschiedenen Stellen durchaus erleben.

Ende der Route 66

Ihr Ende hat die Route 66 seit einigen Jahren offiziell auf dem Pier in Santa Monica. Wir sind zwar nicht auf der historischen Straße dorthin gefahren, aber ein Foto mit dem bekannten Zeichen durfte natürlich nicht fehlen. Die Route-66-Souvenirshops und zahlreichen Verweise auf die Straße fand ich hier aber extrem aufgesetzt. Wer Interesse an der Straße hat, sollte sich auf keinen Fall mit ihrem Ende zufrieden geben und unbedingt ein Stück des historischen Verlaufs im Landesinneren abfahren.

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Wibke

Wibke liebt das Reisen und das Internet. Hier nimmt sie Dich mit auf ihre Entdeckungsreisen durch das Web und die Welt. Außerdem kommt der Genuss nicht zu kurz. Denn neben dem Reisen, der Fotografie und Webthemen ist das Kochen, Backen und Essen eine weitere Leidenschaft von ihr.

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