Mit öffentlichen Bussen durch Kuba – Eine Reise durch Kuba VI

Mit öffentlichen Bussen durch Kuba – Eine Reise durch Kuba VI
13 Apr 2014

Kuba ist in. Gefühlt in jeder Zeitschrift, die ich gerade aufschlage, geht es im Reiseteil um Kuba. Kein Wunder: Das Land ist einfach wunderschön. Abwechslungsreich. So ganz anders als alles andere. Und gerade im Umbruch. Zum Glück war ich schon dort :-)

Wie ich zuletzt ja schon geschrieben habe, hatten wir es mit ganz viel Glück auf das paradiesische Cayo Guillermo geschafft. Viel zu schnell waren die Tage dort vorbei, aber ich wollte ja noch mehr von Kuba sehen. Der Busfahrer unserer kubanischen Reisegruppe war so nett, einen kleine Umweg zu fahren und uns in Morón rauszulassen. Von hier aus soll es laut LonlyPlanet eine Zugverbindung in die nächste Stadt geben. Wie uns aber schnell klar gemacht wird fährt diese erst am nächsten Tag wieder. Nach unserem ersten Eindruck möchten wir aber ungern einen ganzen Tag in Morón verbringen und lieber direkt weiter in Richtung Osten. Daher lassen wir uns schnell davon überzeugen ein Taxi nach Ciego de Avila zu nehmen, von wo der nächste Bus fährt. Im kubanischen Taxi komme ich mir ein bisschen vor, wie in einem 50er Jahre Film. Der Oldtimer rattert über die holprigen Straßen, aus dem Radio tönt Latino Musik und draußen ziehen Felder und kleine Häuseransammlungen vorbei. Nach etwa einer Stunde kommen wir tatsächlich am Busbahnhof in Ciego de Avila an. Hier erwartet uns die nächste Überraschung. Wir haben gerade den Bus nach Camagüey verpasst und der nächste Fährt erst in über fünf Stunden. Und das bedeutet auch: mitten in der Nacht.

Der Busbahnhof lädt nicht gerade zum Zeitvertreib ein. Hier, am Rande der Stadt, gibt es nichts außer einem Warteraum mit einigen Plastikstühlen. Und diese sind komplett besetzt. Wir können hier nichts brauchbares zu Essen kaufen oder uns sonst irgendwie unterhalten lassen. Aber da wir uns fest vorgenommen haben, wann immer möglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, halten wir den aufdringlichen jungen Männern, die uns unbedingt ein Taxi verkaufen wollen, Stand. Das fällt schwer, denn sooo teuer ist es gar nicht und die Vorstellung über fünf Stunden an diesem Busbahnhof zu stehen ist alles andere als schön.

Dann geht plötzlich alles ganz schnell. Ein junger Kubaner fragt uns, ob wir für einen kleinen Aufpreis auch mit einem der Überlandbusse für Kubaner fahren. Eigentlich dürfen Touristen diese Busse nicht benutzen, aber im nächsten Moment rennen wir schon mit unserem Gepäck zu dem Bus, geben das Geld ab und quetschen uns mit unserem Gepäck auf die letzten beiden freien Sitze. Erst einmal verschnaufen. Aber wir bleiben nicht lange ruhig und entspannt. Denn plötzlich fragen wir uns, ob wir tatsächlich in die richtige Richtung fahren. Wurden wir in den richtigen Bus gesetzt? Warum zeigt der Kompass auf dem Handy eine ganz andere Richtung an? Vielleicht hätten wir nicht so spontan in irgendeinen Bus steigen sollen? Doch dann entdecke ich am Straßenrand ein Schild das bestätigt, dass wir in die richtige Richtung unterwegs sind. Puh.

In, oder besser am Rand von, Camagüey hält der Bus plötzlich an und wir müssen am Straßenrand ausstiegen. Einen Busbahnhof oder ähnliches gibt es weit und breit nicht zu entdecken. Es ist stockdunkel und wir haben nicht einmal eine Ahnung, in welcher Richtung die Innenstadt liegt. Aber außer uns ist zum Glück noch ein Pärchen ausgestiegen und wie sich herausstellt, sind die beiden äußerst nett. Wir dürfen mit Ihnen bis ins Stadtzentrum mitlaufen und das letzte Stück bis zu der von mir herausgesuchten Casa erklären sie ganz genau.

Leider ist die Casa aber schon voll. Und da stehen wir wieder, am späten Abend in einer fremden Stadt und ohne wirklichen Plan. Aber nicht lange, denn direkt taucht jemand auf, der uns eine Unterkunft vermitteln will. Ich bin skeptisch, aber da wir ja irgendwo schlafen müssen, gebe ich dem jungen Herrn eine Chance. Und die Casa, zu der er uns führt ist überraschenderweise total ok.

Als ich an diesem Abend den Rucksack absetzte und mich aufs Bett fallen lasse, bin ich einfach nur erleichtert und glücklich, dass doch noch alles gut geklappt hat. Drauf ein kleiner Schnaps auf dem Flachmann. Den haben wir uns heute wirklich verdient.

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Wibke

Wibke liebt das Reisen und das Internet. Hier nimmt sie Dich mit auf ihre Entdeckungsreisen durch das Web und die Welt. Außerdem kommt der Genuss nicht zu kurz. Denn neben dem Reisen, der Fotografie und Webthemen ist das Kochen, Backen und Essen eine weitere Leidenschaft von ihr.

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