Joshua Tree Nationalpark – mehr als komische Bäume

Joshua Tree Nationalpark – mehr als komische Bäume
09 Apr 2017

Der Joshua Tree Nationalpark ist – wer hätte es gedacht – für die Joshua Trees bekannt. Und die Josua Bäume sind auch wirklich sehenswert. In der Kategorie „nicht besonders schön, aber selten“ haben sie auf jeden Fall einen der oberen Plätze verdient.

Beeindruckend ist vor allem die Vielzahl der Bäume in der ansonsten ziemlich kargen Landschaft. An vielen Stellen ist der Nationalpark soweit das Auge reicht mit Josua Bäumen übersät und es sieht fast so aus, als hätte jemand unzählige Stecknadeln auf die Mojave Wüste gepinnt.

Beeindruckende Felsformationen im Joshua Tree Nationalpark

Die Josua Bäume prägen also die Landschaft im Joshua Tree Nationalpark. Mindestens genauso dominant und für mich fast noch beeindruckender sind jedoch die Felsformationen. Riesige, meist runde Gesteinsbrocken (wir fühlen uns ein bisschen an die Seychellen erinnert) türmen sich zu den verschiedensten Formen und Skulpturen auf. Kleine Einbuchtungen ergeben winzige Höhlen. Es sieht aus, als hätte ein Riesenkind mit den Granitfelsen gespielt und diese in den phantasievollsten Türmen aufgestapelt.

Josua Bäume und Felsen

Wandern im Joshua Tree Nationalpark

Im Joshua Tree Nationalpark gibt es zahlreiche Wanderwege. Wobei das mit dem Wandern etwas hoch gegriffen ist. Für mein Empfinden handelt es sich eher um kleine bis mittlere Spaziergänge. So oder so sind die Wege aber auf jeden Fall wunderschön. Und da sie nicht so lang sind, kann man ganz wunderbar einfach verschiedene Regionen des Parks auf diesen Trails zu Fuß erkunden. Wir haben uns für drei Rundgänge entschieden, die alle sehr schön und auf jeden Fall zu empfehlen sind.

Wandern im Joshua Tree Nationalpark

Wanderung ins „Hidden Valley“ im Joshua Tree Nationalpark

Da wir am späten Nachmittag im Joshua Tree Nationalpark ankommen, entschließen wir uns noch die kleine Wanderung durch das Hidden Valley zu machen, da diese besonders schön im Abendlicht und bei Sonnenuntergang sein soll.
Der 1,6 Kilometer lange Rundweg führt durch ein von Felsen eingeschlossenes Tal und wir haben noch nicht viele Schritte gemacht, als wir schon das Erste mal bewundernd stehen bleiben. Hinter den riesigen Felsen färbt sich der Himmel rosa und ein großer runder Mond geht auf. Es ist wunderbar still und einfach malerisch schön.
Hier, in diesem versteckten Tal, sollen sich früher Viehdiebe aufgehalten haben und ich muss sagen, dass ich mir ein idyllischeres Versteck kaum vorstellen kann.

Abendstimmung im Joshua Tree Nationalpark

Achtung, Kojoten!

Nach dem schönen Sonnenuntergang im „Hidden Valley“ wird es dann langsam immer dunkler. Die teilweise skurrilen Formen der Josua Bäume verwandeln sich in dunkle Schatten, die mit etwas Phantasie an die unterschiedlichsten Wesen erinnern.
Zunächst scherze ich noch, dass wir uns jetzt so langsam vor den Kojoten in Acht nehmen sollten, die hier laut Information des Visitor Centers zahlreich vorhanden sind. Dann stehen wir plötzlich zwischen kleinen Felsen und Büschen und sind in der zunehmenden Dunkelheit ziemlich ratlos, wo jetzt wohl der Weg zurück weitergeht. Mir wird etwas mulmig: Nicht mehr sehr lange und dann sieht man gar nichts mehr. Und da wir uns mal wieder viel länger mit Fotografieren und Staunen aufgehalten haben als geplant, haben wir natürlich auch keine Taschenlampe mitgenommen.
Zum Glück ist außer uns noch ein Pärchen an der selben Stelle ins Straucheln geraten. Wir testen also jeder verschiedene Richtungen und finden dann doch noch den Weg. Als wir im Dunkeln auf dem Parkplatz in unser Auto steigen, bin ich ziemlich froh, dass wir nicht noch länger durch den Park geirrt sind.

Gemütlich fahren wir durch den Park richtung Ausgang und staunen über die zahlreichen Sternen und die Schatten der Josua Bäume bei Nacht. Plötzlich läuft nur wenige Meter vor uns etwas auf die Straße. Der Mann tritt in die Bremse und reist das Lenkrad nach links. Gerade noch weichen wir der Kojote aus, die da tatsächlich knapp vor unserem Auto auf die Straße gelaufen ist. Da war mein mulmiges Gefühl also doch nicht ganz unbegründet.

Joshua Tree Nationalpark bei Nacht

Wanderung zum „Barker Dam“

Am nächsten Tag begrüßt uns der Joshua Tree Nationalpark wieder voller Freundlichkeit. Die Sonne strahlt mit dem tiefblauen Himmel um die Wette und wir nehmen zwei weitere kleine Wanderungen in Angriff, bevor es auch schon wieder weiter auf unserem Roadtrip durch den Südwesten der USA geht.

Die Wanderung zum „Baker Dam“ ist ein 1, 8 Kilometer langer Rundweg, auf dessen Hälfte man an einen kleinen See kommt, in dem sich wunderschön die angrenzenden Felsen spiegeln. Entsprechend haben sich hier schon eine ganze Reihe Fotografen mit ihren Stativen und großen Kameras aufgebaut. Wir staunen auch und machen zahlreiche Fotos – ebenso schön finde ich allerdings auch die zweite Hälfte der Runde, auf der wir zwischen den Josua Bäumen hindurch laufen und immer wieder über diese witzigen Gewächse staunen.

See im Joshua Tree Nationalpark

Wanderung rund um den „Skull Head“

Wahrscheinlich der bekannteste Fels des Joshua Tree Nationalparks ist der „Skull Head“ – ein Fels, der wie der Name unschwer erraten lässt, an einen Totenkopf erinnert. Diesen sieht man zwar schon von der Straße aus, wir entscheiden uns aber trotzdem die 2,7 Kilometer lange Rundwanderung zu gehen. Auf sandigem Untergrund (was das Vorwärtskommen deutlich erschwert) geht es zwischen schön abgerundeten Felsen hindurch. Und während sich am Skull Head die Besucher auf dem begrenzten Platz vor und um den Felsen drängen, ist es auf dem Wanderweg schon nach wenigen Metern wieder Menschenleer und wunderschön ruhig.

Totenkopf Fels im Joshua Tree Nationalpark

Joshua Tree Nationalpark Infos
Anfahrt: Von Los Angeles sind es ca. 200 km bis zum Joshua Tree Nationalpark.
Eintritt: Pro Auto muss man 25 Dollar für einen Besuch des Joshua Tree Nationalpark bezahlen. Mit dem Jahrespass “America the Beautiful” für 80 Dollar kommt man kostenlos in den Park.
Öffnungszeiten: Immer geöffnet – man kann auch nachts, zum Beispiel zum Sterne schauen, in den Park fahren.
Informationen: Kostenlose Karten und weiteres Infomaterial bekommt man in den Visitor Zentren vor den Parkeingängen.
Routenvorschlag/Sehenswürdigkeiten: Durch den West-Eingang in den Park fahren, Hidden Valley, Barker Damm und Skull Rock anschauen bzw. dort kleine Wanderungen machen und dann durch den Nord-Ausgang den Park wieder verlassen.
Benötigte Reisezeit: Etwa ein voller Tag.
Übernachten: Wir haben in Yucca Valley übernachtet, was sich – genauso wie die Orte Joshua Tree und Twentynine Palms – perfekt als Ausgangspunkt für eine Erkundung des Nationalparks eignet.
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Wibke

Wibke liebt das Reisen und das Internet. Hier nimmt sie Dich mit auf ihre Entdeckungsreisen durch das Web und die Welt. Außerdem kommt der Genuss nicht zu kurz. Denn neben dem Reisen, der Fotografie und Webthemen ist das Kochen, Backen und Essen eine weitere Leidenschaft von ihr.

Comments

  1. Wow, was für großartige Bilder, ich bin hin und weg!

    Herzliche Grüße, Frauke von
    ekulele

  2. Kann mich Frauke nur anschließen: grandiose Bilder!
    Mit diesen tollen, blauen Himmel und dem wunderschönen Licht, kann selbst ich mich für diese doch recht karge Landschaft begeistern ;-)

  3. Also Hyänen gibt es aber dann doch nur in Afrika und Asien. Zudem sind es sehr scheue Tiere, die wir selbst in Afrika nicht finden konnten.

    • Oh, dann war die Panik wirklich ganz umsonst. Und jetzt recherchiere ich erst einmal, was es wirklich war (und update den Artikel dann besser mal). Vielen Dank für den Hinweis!

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