2 ½ Tage in Lissabon – mein Städtetrip im Dezember

2 ½ Tage in Lissabon – mein Städtetrip im Dezember
14 Dec 2014

Ein Städtetrip im Dezember – gar nicht so einfach. Denn für ein verlängertes Wochenende soll die Anreise nicht all zu lang sein. Gleichzeitig wäre aber ein bisschen besseres Wetter als in Deutschland natürlich nicht schlecht. Denn ich finde, wenn es kalt ist oder regnet macht keine Stadt so richtig Spaß. Und so fiel die Wahl auf Lissabon. Ich war vorher noch nie in Portugals Hauptstadt und wollte da schon länger unbedingt einmal hin. Und die Stadt und das Wetter haben mich nicht enttäuscht: 2 ½ Tage lang Sonnenschein, strahlend blauer Himmel und für den Dezember ganz angenehme Temperaturen um die 15 Grad.

Tag 1: Flohmarkt und Überblick verschaffen

Den ersten Pluspunkt bekommt Lissabon schon bei der Anreise: Anders als bei anderen Städten liegt der Flughafen nicht weit außerhalb und man muss für den Transfer in die Stadt ein Vermögen zahlen, sondern man kann ganz bequem und kostengünstig am Flughafen in die U-Bahn ein- und in der Stadtmitte wieder aussteigen.

Unsere Unterkunft liegt im Stadtteil Alfama – eine perfekte Lage. Ich verliebe mich sofort in die winzigen und komplett verwinkelten Gassen. Damit ihr Euch das richtig vorstellt: Sie sind zum Teil nicht einmal bei Google-Maps eingezeichnet!

Weil es schon Samstag Nachmittag ist, bis wir richtig angekommen sind, geht es dann auf schnellstem Weg zum “Feira de ladra”. Von dem „Flohmarkt der Diebin“ habe ich vorab schon viel gehört und möchte ihn deshalb unbedingt besuchen. Als wir ankommen packen zwar die ersten Verkäufer schon zusammen, aber dafür taucht die Abendsonne alles in ein wunderbares Licht. Sehr schön!

Da Lissabon auf sieben Hügeln liegt, gibt es viele Aussichtspunkte, die einen tollen Blick über die Stadt ermöglichen. Wir gehen zum „Miradouro da Graça“, einem kleinen Platz vor der Kirche „Igreja de Graça“. Hier gibt es ein kleines Café und die Aussicht auf die Häuserdächer von Lissabon. Auch wenn mir der Platz sehr gut gefällt, bleiben wir aber nicht all zu lange, denn es geht noch zu einem weiteren Aussichtspunkt, dem „Miradouro de Nossa Senhora do Monte“. Als wir an diesem höchsten Aussichtspunkt der Stadt ankommen ist es schon fast dunkel, aber auch das Lichtermeer unter uns sieht einfach toll aus.

Tag 2: Insider Tipps zu Lissabon bekommen und Pastéis essen

Nach einem Frühstück, das aus den leckersten Hörnchen besteht, die ich seit sehr langem gegessen habe, gehen wir zum Rossio Platz. Hier starten die „Free Walking Tours“ von „Wild Walkers“. Nachdem wir solche Touren auch schon in Amsterdam und London mitgemacht haben, bin ich ein großer Fan des Konzepts: Menschen, die hier leben zeigen interessierten Besuchern kostenlos ihre Stadt. Dabei geht es vor allem durch die Viertel abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten und es gibt viele insider Tipps und Informationen zu der Stadt. Entlohnt wird am Ende – je nachdem wie gut es gefallen hat – mit einem großzügigen Trinkgeld.

Nach der Tour machen wir uns zu Fuß (!) auf den Weg nach Belém. Das sind zwar 7,5 Kilometer und man kann gut mit dem Zug fahren, aber das Wetter ist so herrlich, dass wir lieber am Ufer des Tejo entlang laufen möchten. Unterwegs machen wir einen Zwischenstopp beim „LX Market“. In und auf dem Gelände um alte Fabrikhallen gibt es hier Sonntags einen wirklich superschönen Markt, der auf jeden Fall einen Besuch lohnt.

In Belém angekommen arbeiten wir die drei Must-do´s des Stadtteils ab: 1. den Torre de Belém, 2. das Kloster „Mosteiro dos Jerónimos“ und 3. die „Confeitaria dos Pastéis de Belém“. Auch wenn die ersten beiden Bauwerke wirklich beeindruckend sind, ist mein klarer Favorit der letzte Punkt. Warum? Weil es in der Konditorei die wirklich himmlischen Törtchen „Pastéis de Belém“ gibt! Leider ist das aber kein Geheimnis und die Schlange vor dem Café ist so lang, dass ich resigniert ans Aufgeben denke. Da mein Freund aber aus langer Erfahrung weiß, dass das meiner Stimmung nicht sehr zuträglich wäre, findet er kurzerhand eine Abkürzung an den Beginn der Schlange und organisiert uns einige der Törtchen. Und die sind ein Traum!

 

 

Tag 3: Aussicht genießen und Highlights entdecken

Da es in einer Stadt wie Lissabon einfach so viel zu entdecken gibt und zweieinhalb Tage einfach viel zu kurz sind, legen wir am letzten Tag noch einmal ordentlich Strecke zurück. Zuerst geht es zur ältesten Markthalle Lissabons, dem „Mercado da Ribeira“. Seit Anfang des Jahres gibt es hier ein neues Konzept mit vielen Essensständen. Leider ist so früh am Tag aber noch nichts los. Weiter geht es durch die Viertel „Bairro Alto“, „Baixa“ und auf den „Santana“ Hügel. Überall verzaubern mich die alten Gässchen mit dem Kopfsteinpflaster und das besondere Flair durch trocknende Wäsche, Vogelkäfige und Bepflanzung an den Häusern. Ein weiteres Highlight ist für mich der „Ascensor do Lavra“ – der älteste Aufzug Lissabons. Damit die Einwohner die vielen Steilen Gässchen nicht immer hinauf laufen müssen, gibt es in der Stadt einige Aufzüge und diesen finde ich mit Abstand am goldigsten.

Ein Kontrast dazu ist die noble und sehr breite Einkaufsstraße „Avenida da Liberdade“. Da sie sehr ähnlich wie vergleichbare Straßen in anderen europäischen Großstädten ist, muss man meiner Meinung nach nicht unbedingt da hin. Wir wollen aber zu einigen bekannten Graffitis und die liegen dahinter (an der Avenida de Fontes Pereira de Melo – falls ihr auch dorthin wollt) und dafür lohnt sich der Marsch auf jeden Fall :-)

Auch der größte Park Lissabons „Parque Eduardo VII“ liegt auf einem Hügel und von seinem höchsten Punkt hat man einen tollen Blick auf die Stadt – mal aus einer ganz anderen Perspektive wie von den anderen Aussichtspunkten. Einer der für mich schönsten Aussichtspunkte ist aber der „Miradouro de São Pedro de Alcântara“. Dieser erstreckt sich über zwei Ebenen und ist ein richtiger kleiner Park mit wunderschönen Blicken auf die Stadt. Ein weiteres Highlight, weil auch eine richtige Überraschung, liegt nur einige Meter weiter: Die „Igreja de São Roque“. Von außen sehr unscheinbar, überrascht Kirche in ihrem Inneren mit einem regelrechten Goldrausch.

Wie ihr seht: Es gibt in Lissabon so einiges zu entdecken! Wenn ihr wissen wollt, was ihr in Lissabon auf keinen Fall verpassen dürft, dann schaut doch mal hier: Meine persönlichen Lissabon-Highlights.  Und was sind Eure?

 

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Wibke

Wibke liebt das Reisen und das Internet. Hier nimmt sie Dich mit auf ihre Entdeckungsreisen durch das Web und die Welt. Außerdem kommt der Genuss nicht zu kurz. Denn neben dem Reisen, der Fotografie und Webthemen ist das Kochen, Backen und Essen eine weitere Leidenschaft von ihr.

Comments

  1. Ganz wunderschöne Bilder. Ihr hattet ja wirklich das perfekte Wetter :)
    Lissabon ist definitiv eine Reise wert, das nächst Mal muss ich auch unbedingt nach Belem, schaut toll aus!!!

    Visit me at ekule le

  2. schöner Bericht und tolle Bilder- ich will auch hin!!! ;-)
    Was für ein Einsatz von Deinem Freund (für die Törtchen) !!! 100Punkte!!

  3. Lissabon ist einfach nur toll <3

  4. Ich habe gerade deinen Bericht entdeckt. Da ich kommenden Donnerstag nach Lissabon fliege, kommt er mir mehr als gelegen ;)
    Da sind wirklich richtig viele tolle Tipps dabei, da werde ich mir einiges raussuchen. Deine Bilder gefallen mir auch sehr gut. Vielen Dank füre Teilen.
    Beste Grüße aus Hamburg
    Sophia
    http://miss-phiaselle.com/

  5. Doris Berger : August 6, 2017 at 7:47 am

    Vielen Dank für deinen Bericht. Da ich im Dezember vor dem ganzen Weihnachtsrummel fliehen will und ich Lissabon wunderschön finde (war vor 25 Jahren schon mal dort), werde ich diesen Kurzurlaub nun endlich machen. :)

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